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Chronik

VORWORT

zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt

Am 28. August 1989 ist es soweit! Unser Verein, die Freiwillige Feuerwehr Hainstadt 1889 e. V, blickt auf 100 Jahre Geschichte zurück, Geschichte die von Menschen geschrieben wurde, welche ein lebendiges Vereinsleben mit all seinen Aktivitäten, den freudigen aber auch den traurigen Geschehnissen, erst ermöglichten. Geschichte, deren Entwicklung nicht ohne Einfluß auf die heutige Struktur des Vereines geblieben sein kann.
 
Aus diesem Anlaß ist es natürlich Rückschau zu halten auf 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hainstadt So wollen wir die Gelegenheit wahrnehmen und Ihnen Ihre Feuerwehr Hainstadt näher vorstellen.
 
Leider wurde es in der Vergangenheit versäumt, systematisch Bild- und Schriftmaterial für eine Vereinschronik zu sammeln. Zuviel wurde vergessen, verloren, verschüttet oder einfach aus Unachtsamkeit weggeworfen und nicht für wichtig erachtet. Sicherlich sind auch die Wirren der Kriege sowie verschiedene Umzüge in andere Unterkünfte mitverantwortlich. So entwickelte es sich für mich zu einem echten Abenteuer, als ich mit der Aufgabe betraut wurde unseren Verein würdig und ausführlich in einer Chronik darzustellen. Erschwerend kam noch hinzu, daß keine ganz alten Mitglieder mehr unter uns weilten. Besonders gedankt sei an dieser Stelle all den Mitgliedern und Bürgern, welche durch ihre Informationen sowie ihr zur Verfügung gestelltes Bild- und Schriftmaterial, zum Gelingen der Chronik beitrugen. So entwickelte sich das ganze Unterfangen zu einem Puzzle-Spiel, in dem die einzelnen Teile zusammengesetzt wurden, um nun doch fast lückenlos Rückschau halten zu können.
Mit diesem Rückblick soll kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden, denn es gäbe sicherlich eine recht trockene Chronik, wolle man nur die niedergeschriebenen Vereinsprotokolle so einfach aneinanderreihen. Die oft trockene Sprache des Protokolls kann die in der Geschichte so oft mißbrauchten und zur Manipulation verwendeten Begriffe wie Kameradschaft, Idealismus, Ehre, Nächstenliebe, Zusammenhalt und Opferbereitschaft, ja selbst den freiwilligen Willen zum Risiko für das andere und das eigene Leben, nur sehr unzulänglich, wenn überhaupt wiedergeben.
 
Doch was war es, was diese Gemeinschaft 100 Jahre alt werden ließ? Es ist ja doch wohl bei der Feuerwehr etwas anderes als in anderen Gemeinschaften, etwa einem Sportverein oder einer Chorgemeinschaft. Der Grundgedanke der Feuerwehr geht über das Ansinnen der Gemeinschaft zum geselligen Miteinander einer gemeinsamen mit Freude nachgegangenen Sache willen hinaus. Sicherlich, der kulturelle Aspekt, das Zwischenmenschliche, kann in einer Gesellschaft nicht hoch genug bewertet werden und findet sich auch im Leben einer Feuerwehr wieder. Doch die Freiwillige Feuerwehr geht einen Schrift weiter. Sie sieht den Sinn ihrer Arbeit nicht nur als Selbstzweck Ihre Arbeit ist vielmehr und vor allem auf den Nächsten gerichtet. Sinn der Freiwilligen Feuerwehr war und ist, wie es der Name bereits zum Ausdruck bringt, der "freiwillige" und unentgeltliche Dienst am Mitmenschen, gemäß dem Wahlspruch der Feuerwehr "Gott zur Ehr' - dem Nächsten zur Wehr!", welcher auch heute noch uneingeschränkte Gültigkeit besitzt und sich wie ein roter Faden durch die Vereinsgeschichte zieht. Die Mitgliedschaft in der "Einsatzabteilung", den Aktiven der Feuerwehr, verlangt somit Idealismus, Bereitschaft zur Hilfe für andere, selbst zum Risiko für das eigene Leben. Geselligkeit findet man auch am Stammtisch oder in anderen Vereinigungen, die weniger forden und mehr geben. Gerade in der heutigen schnellebigen und von Hektik und Ehrgeiz zum Eigenvorteil geprägten Zeit, in einer Zeit in der es zu Wortkreationen wie "Null-Bock-Generation" und zu "Aussteigern" auf der Suche nach neuen Inhalter kommt, in der die ach so bequemen Massenmedien im Videozeitalter den Menschen zum passiven, nur noch am konsum orientierten Wesen werden läßt kann man diesen Gedanken der "freiwilligen Hilfsbereitschaft" nicht hoch genug bewerten.
 
Sicherlich, diese Worte mögen überzeichnet klingen, treffen aber wohl den heutigen Zeitgeist tendenziell wieder. An der grundsätzlichen Einstellung der Feuerwehrleute im Dienste der Gemeinschaft freiwillig und unentgeltlich, zu jeder Tages. und Nachtzeit, Hilfe zu leisten, hat sich in all den Jahren nichts geändert, hat die obrigkeitsverherrlichenden Prinzipien des Wilhelminischen Kaiserreiches, die Weimarer Republik und auch letztlich die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus überdauert und ist in unserem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat von ungebrochener Gültigkeit.
 
Eine Vereinschronik will auch schlicht zur Wertschätzung derjenigen Mitglieder beitragen, welche am Wachsen und heutigem Bestand der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt beteiligt waren. Freilich übersteigt es dabei das Vermögen, allen verdienten Mitgliedern in gleichem Maße und Umfang gerecht zu werden. Hierfür sei um entsprechende Nachsicht gebeten .




Üblicherweise war ein Brand Ursache und Anlaß eine Feuerwehr ins Leben zu rufen, da man erkennen mußte, daß einer alleine im Ernstfall nicht viel auszurichten im Stande war. Feuerschutz aber, also das Feuerlöschwesen, ist nahezu gleichaltrig mit dem Feuer selbst, seit die Menschheit gelernt hatte das Feuer zu zähmen und sich nutzbarzu machen, denn in einem unbewachten Augenblick wächst das Feuer riesenhaft über das vom Menschen Gewollte hinaus und vernichtet ihn mit Hab und Gut.
 
So bestand bereits im alten Ägypten und zur Zeit der römischen Kaiser ein geordnetes Feuerlöschwesen.
 
Die ersten Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland gehen bis in das Jahr l846 zurück, wo im badischen Städtchen Durlach die erste "Freiwillige Feuerwehr" gegründet wurde. Diese Wehren gingen zum Teil als Abteilungen aus den deutschen Turnvereinen hervor. Die erste sich in einem Verein organisierende "Freiwillige Feuerwehr" wurde 1847 nach einem Großbrand des dortigen Hoftheaters aus Mitgliedern des Turnvereins gegründet.
 
Wie in vielen umliegenden Gemeinden des Kreises und der Region gab es in Hainstadt schon geraume Zeit vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr eine sogenannte Pflichtfeuerwehr, welche noch lange parallel zu deren Bestehen aufrechterhalten wurde, um im Ernstfall Unterstützung zu leisten. Doch was bedeutete "Pflichffeuerwehr"? So wurde jeder Mann vom zwanzigsten bis zum sechzigsten Lebensjahr zum Feuerlöschdienst im Ernstfall, die Bauweise früherer Zeiten mit vorwiegend leicht brennbaren Materialien, fehlender Blitzschutz und die Enge der Dörfer förderten noch deren Häufigkeit, verpflichtet und hatte dreimal im Jahr zu einer Pflichtübung zu erscheinen. Ausgenommen waren Pfarrer, Ärzte und Lehrer. Die Pflichtfeuerwehren hatten aber den Nachteil, daß die Mitglieder im Brandfalle nicht immer mit dem nötigen Eifer zur Sache gingen, da das Ganze sicherlich recht unorganisiert, halt unter Pflicht von statten ging. In diese Zeit fällt das älteste im Feuerwehrbesitz befindliche Dokument über Feuerlöschwesen in der Gemeinde Hainstadt

Es handelt sich hierbei um einen Auszug aus dem "Spritzenbuch", dem Bestellbuch des Feuerwehrgeräteherstellers Carl Metz aus dem Jahre 1884, in dem die Lieferung einer Handdruckspritze, wie sie nachstehend abgebildet ist an die Gemeinde Hainstadt am Main ihre Erwähnung findet.

Diese Spritze war noch bis nach dem 2. Weltkrieg laut Inventarliste vom 25.3.1945 für die amerikanische Besatzungsmacht in Feuerwehrbesitz, ging jedoch anschließend leider verschollen. Für solche Handdruckspritzen mußte per Eimerkette aus den städtischen Brunnen oder dem nahegelegenen Main Wasser herbeigeschafft und in einem Pumpenbehälter gefüllt werden. Durch das Betätigen der großen Schwenkhebel, hierzu waren 4 bis 8 Mann erforderlich, wurde dann der nötige Druck erzeugt um durch einen Lederschlauch einen mehr schlechten als rechten Wasserstrahl abgeben zu können. Die Spritze wurde von mehreren Männern zum Brandplatz per Hand gezogen. Jedes Paar, das in Hainstadt heiratete, mußte einen Löscheimer erwerben.
 
Doch wie kam es nun zur Gründung des Vereins der "Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt"? Nun, ob wie anderen ortes ein Brand die Ursache gab, ist leider nicht mehr nachvollziehbar, aber durchaus möglich. Es ist vor allem anzunehmen, daß die Entwicklung des seit einiger Zeit ortsansässigen Holzmännischen Tonwerkes, welches in der Zeit seiner größten Ausdehnung über 300 Männer Arbeit und Brot gab, was für die bis dahin fast überwiegend bäuerliche Struktur unserer Gemeinde nicht ohne Bedeutung war, in irgendeiner Art und Weise mit eine Rolle spielte. Fest steht nur, daß sich die Firma Philipp Holzmann zu einer Zahlung an die Feuerwehr Hainstadt von jährlich 100 Mark verpflichtete oder verpflichtet wurde. Es ist in späteren Protokollen von "Ehrengabe", aber auch von "Jahresschuld" die Rede, welche der Betrieb oft über mehrere Jahre schuldig blieb und erst nach wiederholten Mahnungen beglich. Entscheidenden Anstoß zur Gründung hatte auf jeden Fall der damalige Bürgermeister Geißler, er holte auch die Firma Holzmann nach Hainstadt, wie aus einer "General-Versammlung" vom 23. Juni 1893 hervorgeht:
 
"Vorsitzender Herr Hutter eröffnete die Versammlung mit dem Bemerken, daß es den Mitgliedern bereits bekannt sein dürfte, daß unser Ehrenmitglied Herr Bürgermeister Geißler heute Mittag um 4 ½ Uhr gestorben sei. Vorsitzender gedenkt hierauf in kurzen Worten dem dahingeschiedenen, welcher der Gründer unserer Wehr und überhaupt zu jeder Zeit eine wohlwollende Stellung für unsere Sache an den Tag gelegt habe..."
 
Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt schließlich, fand am 28. August 1889 in der Gaststätte "Zur Eisenbahn", der heutigen Gaststätte "Lindenhof", gegenüber dem Bahnhof, statt. Nachstehend ist nun die Gründungsurkunde, die sogenannten "Statuten", in ihrer gesamten uns vorliegenden Länge aufgeführt. Dabei tauchen Formulierungen und eine Art Rechtschreibung auf, welche uns heute unverständlich fremd erscheinen, die sogar zum Schmunzeln anregen. Um der genauen Berichterstattung willen wurde aber bewußt der Originaltext wieder-gegeben:

§ 1.
Die freiwillige Feuerwehr bildet einen selbständigen Verein, mit dem Zwecke, bei vorkommenden Bränden geordnete Hülfe zu leisten.
 
§ 2.

Zur Aufnahme ist erforderlich:
a. unbescholtener Ruf,
b. Gesundheit und körperliche Befähigung,
c. ständiger Wohnsitz und hauptsächlicher Beschäftigung im Orte selbst,
d. zurückgelegtes 18 Lebensjahr
Die Aufnahme erfolgt auf schriftlichen oder mündlichen Antrag beim Comandanten durch Vorstandsbeschluß

§ 3.

Der Verein besteht aus aktiven, inaktiven und Ehrenmitgliedern. Letztere können nur solche sein, die in Folge Alters oder körperlicher Gebrechen dem aktiven Dienst nicht mehr nachkommen können, oder sich durch Zuwendungen an den Verein verdient gemacht haben. Dieselben sind von den monatlichen Beiträgen entbunden und können nur von der Generalversammlung aufgenommen werden. Die aktiven und inaktiven Mitglieder leisten der Caße einen monatüchen Beitrag von 20 Pfennig.

§ 4.

Der Verein wählt in der alljährlich im Monat Januar stattfindenden Generalversammlung durch Stimmzettel (es gilt die resultative Majorität> einen Vorstand, bestehend aus:
1. dem Comandanten,
2. dessen Stellvertreter, zugleich, Schriftführer und Rechner
3. dem Zeugwart
4. dem Obersteiger,
5. dem Führer der Spritze I
6. dem Führer der Spritze II
7. dem Führer der Ordnungsmannschaft
 

Es scheiden aus dem Vorstand alljährlich nach dem Dienstalter (in den ersten 2 Jahren durch das Loos zu bestimmen) ein drittheil derMitglieder aus, die ausgeschiedenene sind wieder wählbar.
Der Comandant wird auf 3 Jahren gewählt. Der Vorstand vertritt den Verein nach innen, überwacht die Aufrechterhaltung der Statuten und ist beschlußfähig wenn 5 Mitglieder anwesend sind.
Er faßt seine Beschlüsse mit Stimmenmehrheit, bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Comandanten.
Er theilt die Mitglieder, unter thunlichster Berücksichtigung diesbezüglicher Wünsche, den einzelnen Abteilungen zu.
Er entscheidet ohne Angabe von Gründen über Aufnahme und Ausschluß von Mitgliedern. Er muß die Genehmigung der Versammlung für Ausgaben einholen. In dringenden Fällen kann jedoch der Comandant über einen Betrag bis zu 10 Mark verfügen, ist aber gehalten Genehmigung nachzureichen.

§ 5.

Der Comandant leitet die technischen Aufgaben des Vereins und sind ihm bezüglich des Dienstes alle Vorstandsmitglieder untergeordnet. Er beruft und leitet die Berathungen des Vorstandes und Vereinsversammlungen, zeichnet die Ausfertigungen und Anweisungen und vertritt den Verein nach außen.
Der Stellvertreter vertritt den Comandanten in Verhinderungsfällen, er führt das Protokoll und fertigt nach Bedürfnis schriftliche Arbeiten des Vereines. Als Rechner besorgt er die Einnahmen und Ausgaben nach Anweisungen des Comandanten, bucht dieselben und stellt dem Vorstand 3 Wochen vor Abhaltung der Generalversammlung Rechnung.
 
Der Zeugwart nimmt alle Uniformen und Ausrüstungsgegenstände in Empfang, verwahrt und verteilt dieselben und führt darüber genauest Inventar. In Gemeinschaft mit den Führern hält er sämmtliches Inventar im Stande, monatlich sorgt er für Reinigung und Trocknung der Löschgeräthe.
Über die Ämter der übrigen Führer und Mannschaften erläßt der Vorstand besondere Dienstvorschriften. Für die Führer der Steig, Spritzen und Ordnungsmannschaft wählt die betreffende Abtheilung aus ihrer Mitte, einen Stellvertreter mit sinngemäßen Anwendungen des § 4.

§ 6.

Jedes Mitglied verpflichtet sich den Verein zunächst auf 3 Jahre anzugehören; zur Befolgung dieser Statuten und Dienstvorschriften und erhält bei seiner Aufnahme gegen Haftschein Statuten, Dienstvorschriften und Ausrüstung welche beim Austritt in gutem Zustande zurückzugeben sind. Wer sich gegen die übernommenen Verpflichtungen verfehlt wird hierfür nach Maßgaben der Dienstordnung zur Rechenschaft gezogen. Etwaige Strafen fließen in die Caße. Der Austritt kann nur am Schlusse des Geschäftsjahres erfolgen. Mitglieder weiche nicht mit Ablauf der Dienstzeit gelegendlich der Hauptversammlung gekündigt haben gehören unter den früheren Bedingungen auf je ein weiteres Jahr dem Vereine an. Jedes Mitglied ist verpflichtet beim Austritt oder Außschluß die bis dahin fälligen monatlichen Beiträge und eventuelle Strafen an den Rechner zu entrichten. Ein angefangener Monat gilt für voll.

§ 7.

Zur Bestreitung der Kosten zu den Vereinszwecken besteht eine Vereinscaße. Deren Mittel bestehen in
a) Beiträge der aktiven und inaktiven Mitglieder
b) Vermächtnissen sowie in freiwilligen Geschenken und Spenden.

§ 8.

Bei der alljährlich im Januar stattfindenden Jahreshauptversammlung gibt der Vorstand einen Rechenschaftsbericht über den Stand und die Leistungen des Vereins im vergangenem Jahre.
 
In dieser Versammlung kommen Anträge auf die zu veröffentlichende Tagesordnung. Solche müssen zur Berathung gebracht werden, wenn sie von mindestens einem Viertheil der Mitglieder, oder durch Vorstandsbeschluß unterstützt werden und 3 Tage vorher beim Comandanten eingereicht werden.
 
Das Recht der Berufung einer außerordentlichen Versammlung steht dem Comandanten zu. Derselbe muß eine solche berufen wenn mindestens ein Viertheil der Mitglieder einen diesbezüglichen Antrag stellt

§ 9.

Über die Auflösung des Vereins entscheiden zwei in einem Zeitraum von 4 Wochen aufeinanderfolgende Versammlungen und gilt derselbe als aufgelöst wenn drei Viertheile der Mitglieder dafür stimmen. Die vorhandenen Geldmittel der Caße und die aus Vereinsmitteln angeschaften und dem Verein gehörigen Lösch und Rettungsgeräthschaften sollen der Gemeinde behufs Reservierung für den Fall einer späteren Neubildung oder zur Erfüllung allenfalls eingegangener Verpflichtungen übergeben werden.

Dienst - Vorschriften

Die Dienstvorschriften der Feuerwehr zerfallen:
a. in allgemeinen Dienst
b. in Übungsdienst
c. Dienst in Brandfällen

A.) Allgemeiner Dienst

1.) sämtliche Feuerwehrmitglieder haben fortwährend derart in Bereitschaft zu sein, daß sie sich auf das erste Feuersignal dem Verein zur Verfügung stellen können, jede Übung und Versammlung wird durch die Signalhörner bekannt gemacht und verfällt jeder, der 10 Minuten nach gegebenem letzten Signal nicht erscheint, in eine Strafe von 20 Pfennig. Jeder Feuerwehrmann, welcher bei Versammlungen, Übungen oder Feueralarm nicht erscheinen kann hat dies unterAngabe der Gründe seinem Führer vorher anzuzeigen. Nur durch triftige Gründe kann er dies von einem Feuerwehrmitgliede besorgen lassen. Bei Abwesenheit oder Krankheit kann die Entschuldigung auch später, jedoch innerhalb 24 Stunden erfolgen. Über fortgesetzte Straffälligkeit eines Mitgliedes behält sich der Vorstand Beschließung vor. Die in Händen habenden Abzeichen und Ausrüstungsgegenstände sind fortwährend in gutem Zustand zu erhalten und so aufzubewahren, daß sie augenblicklich zur Hand sind. Allenfallsige Beschädigung derselben sind sofort dem Zeugwart zu melden, damit dieselben unverzügllch behoben werden können.
 
2. Bei einer mehrere Tage oder länger andauernden Krankheit oder Entfernung aus dem Orte ist der betreffende Zugführer hiervon in Kenntnis zu setzten.
 
3. Ohne Abzeichen und Ausrüstung darf kein Mitglied auf dem Brandplatz erscheinen und können hiervon nur besonders dringende Fälle entschuldigen. Außer Dienst dürfen Abzeichen nicht getragen werden. Die Mannschaft hat nur mit mäßiger Schnelle zur Brandstätte zu eilen, um, daselbst angekommen, sogleich zur Dienstleistung befähigt zu sein.
 
5. Jedes Feuerwehrmitglled ist verpflichtet, bei eintretenem Feueralarm sich im Spritzenhause einzufinden, mit Außnahme derjenigen Mitglieder des Steigerzuges, welche keine Steiggerätschaften dort zu holen haben, sowie der Ordnungsmannschaft welche sich sofort auf den Brandplatz begeben, und dürfen sich hieran durch Reden Entgegenkommender: "der Brand sei gelöscht" oder: "es sei keine Hülfe mehr nötig" sowie selbst "durch Aufhören des allgemeinen Feuerlärms" nicht abhalten lassen.
 
6. Die Feuerwehrmitglieder haben bei Brandfällen sowie auch bei Übungen solange Dienst zu leisten, als solche erforderlich sind, und kann eine Entfernung nur mit Erlaubnis des Comandanten stattfinden.
 
7. Jedes Feuerwehrmitglied hat nur die ihm vom Zugführer angewiesenen oder durch die Rollenmitheilung an und für sich zugewiesene Arbeit vorzunehmen und dort ohne besondere Anordnung keine andere Verrichtung vorgenommen werden, es sei denn daß Gefahr durch Verzug hafte. Ebenso ist der angewiesende Posten nicht zu verlassen, es sei denn, daß solcher nicht mehr haltbar ist. In solchen Fällen ist an die Zugführer sofort Anzeige hiervon zu erstatten.
 
8. Alle Arbeiten sind mit Ruhe und Besonnenheit auszuführen.
 
9. Das bedrohte Eigentum, sowie Lösch und Rettungsgerätschaften sind möglichst zu schonen.
 
10. Alles Rufen und Lärmen ist streng zu vermeiden.
 
11. Alle Anordnungen und Befehle von Seiten der Vorgesetzten sind unweigerlich und sofort auszuführen.
 
12. Anordnungen von Seiten unberufener ist durchaus keine Folge zu leisten.
 
13. Im Dienst überhaupt können Gegenreden nicht geduldet werden und ist jeder dem nächst Vorgesetzten unbedingten Gehorsam schuldig.
 
14. Weigerungen und Wiedersätzlichkeiten von Seiten anderer dem Vereine nicht angehörender Personen sind kräftig und entschieden im Interesse der Sache zurückzuweisen und besonders zeitraubende Wechselreden zu vermeiden.
 
15. Jeder Befehl ist solange giltig, als er nicht durch einen neuen oder höheren Befehl aufgehoben wird; in der Regel soll die Mannschaft die Befehle durch ihren unmittelbar Vorgesetzten empfangen und wieder an die selben repportieren und Mittheilungen machen.
 
16. In Abwesenheit des Comandanten tritt der zuerst auf der Brandstätte angekommene Zugführer an dessen Stelle, bei Abwesenheit der Zugführer dessen Stellvertreter Wenn kein Chargirter anwesend, so übernimmt der Älteste im Dienst die Führung und behält solche bis zur Ankunft eines Chargirten.
 
17 Sämmtliche Vorschriften für den allgemeinen Dienst sind strenge einzuhalten, denn nur dadurch kann die nöthige Ruhe und Sicherheit im Dienst erzielt und Unordnung und Lärm vermieden werden.

B. Übungsdienst

1. Die Feuerwehrmannschaft hat sich für ihre Verrichtungen gut einzuüben, sodaß jedes einzelne Mitglied sämmtliche ihm zugewiesene Arbeiten mit der nöthigen Sicherheit und Kenntniß ausführen kann.
 
2. Die Chargirten sollen in allen beim Feuerlösch und Rettungsdienst vorkommen den Arbeiten erfahren sein und alle Exercitien zu diesem Zweck vor Beginn der Übungen mit der Mannschaft unter sich vollständig einüben.
 
3. Jedes Jahr hat eine lnspection mit großer Übung stattzufinden. Die Einübung des Mannschaftszuganges wird solange fortgesetzt, als es die nothwendige zu erreichende Geschicklichkeit der Mannschaft erfordert.

C. Dienst bei Feuergefahr

a) Verhalten der Mannschaft bei entstehendem Feuerlärm Transport der Maschinen und Gerätschaften zur Brandstelle

1. Die im Spritzenhause sich einfindente Mannschaft hat sogleich Maschinen und Gerätschaften zur Abfahrt in Bereitschaft zu setzen, und sobald für den Transport genügende Mannschaft eingetroffen, mit solchen zur Brandstelle zu eilen.
 
2. Bei Nacht sind die Laternenlichter und etwa vorhandene Fackellampen anzuzünden; die Abfuhr der Maschinen und Gerätschaften zur Brandstelle hat nur in mäßigem Trabe zu geschehen.


 
b) Verhalten der Mannschaft bei der Ankunft auf der Brandstelle und bei Ankunft der Maschinen und Gerätschaften auf derselben

1. Die Mannschaft, welche zuerst auf dem Brandplatz eintrifft, hat sich vor allem davon zu überzeugen, ob nicht Menschen in Gefahr sind, und ob nicht kranke oder alte Leute der persönlichen Unterstützung bedürfen; ferner aber sich Kenntniß von der Ausdehnung des Feuers zu verschaffen. Im Falle Aussicht vorhanden sein sollte, daß dem Weitergreifen des Feuers ohne Benutzung von Maschinen und Gerätschaften Einhalt gethan werden kann, ist solches mit aller Kraft zu bethatigen und durch beigeschaftes Wasser mittelst Wasserkübel oder allenfalls vorhandener Handspritzen zu löschen. In diesem Falle ist von dem anzufindenen höchst Chargirten oder dem die Führung übernommen habenden Dienstältesten Mitgliede Meldung in das Spritzenhaus ergehen zu lassen; wenn Maschinen und Geräthschaften angekommen, sind solche nur soweit in Thätigkeit zu setzen, als es zur völligen Dämpfung des Feuers erforderlich ist
 
2. Hat jedoch das Feuer schon große Dimensionen angenommen, daß eine Bekämpfung desselben auf oben beschriebene Weise nicht mehr möglich erscheint so haben sich die anwesenden Mitglieder bis zur Ankunft der Maschinen und Geräthschaften, sowie der verschiedenen Comandeure auf folgende Weise zu beschäftigen: "Die anwesende Spritzenmannschaft begibt sich sofort aus dem brennenden Gebäude und erwartet die ankommenden Maschinen, wobei unterdessen die zweckmäßigsten Plätze für Aufstellung der Maschinen, sowie die nächstgelegenen Wasserplätze aufgesucht und in den Stand gesetzt werden sollen, damit die ankommenden Maschinen in solche sogleich eingewiesen werden können."
 
3. Die anwesenden Steiger haben ebenfalls die Ausdehnung des Feuers in oben beschriebener Weise zu hindern, sowie auch demselben durch Schließung von Fenstern, Thüren und Läden den Luftzutritt abzusperren; im übrigen alle Zugänge zu demselben zu erforschen, sich von der Ausdehnung des Feuers Kenntniß zu verschaffen, um bei Ankunft der Steiger mit den Geräthschaften, sowie der Zugführer denselben sogleich über alles Mittheilung zu machen, um mit Erfolg das Löschgeschäft beginnen zu können.
 
4. Alle anwesenden Steiger und Retter haben sogleich die zweckmäßigsthen Rettungsplätze aufzusuchen, überhaupt alle Vorbereitungen zu treffen, damit sobald die nöthige Mannschaft eingetroffen, das Rettungsgeschäft mit Erfolg begonnen werden kann.
 
5. Mittlerweile sind die Einwohner des brennenden Gebäudes und die Nachbarn von den anwesenden Rettern aufmerksam zu machen, daß die Wohnungen oder die Häuser bis zum Eintritt von Rettern möglichst geschlossen bleiben sollen; daß aber für jeden Fall der Noth, vorläufig im Innern alle Zimmerthüren und Fenster zu öffnen, die werthvollsten Sachen einzupacken oder herzurichten, Frauen, Kinder, kranke oder schwächliche und alte Personen mögllchst bald aus dem brennenden Gebäude zu entfernen seien und ist den Rettern beim Ausräumen ganz freierSpielraum zu lassen.
 
6. Der anwesende Comandant dessen Stellvertreter, sowie die Zugführer haben sogleich die vortheilhafteste Stellung für die Brand-Direction, die Vereins und die Abtheilungscomandos ausfindig zu machen, den ankommenden Mitgliedern Instructionen über ihr augenblickliches Verhalten mitzutheilen, für Maschinen und Geräthschaften taugliche Aufstellungsplätze auszusuchen, dieselben dort einzuweisen, überhaupt die richtige Einleitung des Lösch- und Rettungsgeschäftes zu besorgen.

c) Verhalten der Mannschaft während des Brandes

1. Wenn die Mannschaft mit ihren Führern und den Maschinen oder Geräthschaften auf dem Brandplatze eingewiesen ist beginnt das regelmäßige Rettungs- und Löschgeschäft.
 
2. Bei dem Austragen sollen immer wieder die werthvolleren Gegenstände zuerst gerettet werden, und zwar soll dem durch die Gefahr meist geschwächten Gedächnisse des Eigenthümers in Bennenung derzu rettenden Gegenstände wie nachstehend nachgeholfen werden: Gold- und Silbersachen, Dokumente oder andere werthvolle Papiere, Geld und Geldeswerth, Uhren und dann erst Weißzeug, Betten, Kleider und zuletzt die Möbel. Sind feuergefährliche oder leicht brennbare Gegenstände, als Pulver Weingeist Terpentin, Oel u.s.w. im Gebäude, so sind solche zuerst und mit aller Vorsicht fortzuschaffen. Sind alle in dem zu räumenden Gebäude enthaltenen Effeckten gerettet so ziehen sich die Retter aus demselben zurück
 
3. Sämmtliche gerettete Effeckten sind auf dem nächst gelegenen Rettungsplatz zu bringen und hier von der Wachmannschaft zu bewahren. Die Wachmannschaft hat solange fortzubestehen, bis die geretteten Effeckten dem Eigenthümer wieder übergeben werden können. Dieselbe hat außerdem für Absperrung und Aufrechterhaltung der Ordnung auf dem Brandplatze Sorge zu tragen.
 
4. Die Schlauch führer haben das Feuer zu löschen und müssen deshalb dem Heerde desselben so nahe als möglich beizukommen suchen. Dieselben haben besonders bei kleineren Bränden Sorge zu tragen, daß nicht zu viel Wasser zur Dämpfung des Feuers verwendet werdr. Sie haben auch über dem Zustand des Löschgeschäftes, soweit es dem Comandanten nicht schon an und für sich erkennbar wird, öfter zu Rapportieren, ebenso sind alle besonderen Vorfälle zur Kenntniß zu bringen.
 
5. Die Spritzenroller haben den Schlauchführern das nöthige Wasser zu liefern, Die Zugführer derselben haben Sorge zu tragen, daß ihre Maschinen im fortwährend brauchbarem Zustande erhalten bleiben. Die Wasserbeschaffungsmannschaft soll bemüht sein, den Drucksprltzen stets das nöthige Löschwasser zuzuführen.
 
6. Die Ordnungsmannschaft in Gemeinschaft mit den Rettern hat neben dem Austragedienst auch für Absperrung des Brandplatzes und überhaupt für Aufrechterhaltung der Ordnung auf dem Brandplatze Sorge zu tragen.
 
7. Zur schnellen Verständigung zwischen dem Comandant und den Zügen sind für die verschiedenen Arbeiten Signale eingeführt und haben die Zugführer auf dieselben genau Acht zu geben, sowie die durch dieselben anbefohlene Arbeit ohne Verzug vorzunehmen. Überhaupt ist es Pflicht der verschiedenen Zugführer, welche das Lösch und Rettungsgeschäft bethätigen, sich durch keine äußerlichen Verhältniße, durch keine neue Gefahr u.s.w. beeinflussen zu lassen, sondern mit Besonnenheit und Ruhe das ihnen aufgetragene Geschäft zu vollführen, wodurch allein es möglich ist daß ein Brand mit Aufwendung geringster Kräfte gelöscht und so wenig als möglich von dem bedrohten Eigenthum beschädigt werde.

d) Verhalten nach dem Brande

Sobald das Feuer gelöscht und hierdurch die Gefahr beseitigt ist bestimmt der Comandant diejenige Mannschaft, welche den Brandplatz noch weiter zu bewachen hat Die übrigen Züge haben ihre Geräthschaften zur Zurückbringung in das Spritzenhaus in Bereitschaft zu setzen und dahin zu besorgen. Sämmtliche beschädigten Geräthschaften sind sofort dem Zeugwartzu übergeben und überhaupt so bald als möglich alles in Stand zu setzen, um für einen neuen Brandfall in kürzester Zeit gesichert zu sein.

Carl Johann Kohl Stellvertreter, Johannes Becker Obersteiger, Georg Haun Spritzenmeister II, Johann Michael Baier Zeugwart, Georg Kins Spritzenmeister I, Franz W Kohl Führer der Wache



Als auf der Gründungsurkunde vermerkte Gründungsmitglieder finden sich die folgenden Namen:

Andreas Baier
Georg Jung I
Johann Georg Günther
Joseph Böhn
G. Konrad Heinz
Johann Michael Kins II
Martin Blumöhr
Wilhelm Klein II
Georg Kohl
Adam Wilhelm Klein
Bonifazius Sturm
Peter Wenzel
Jakob Bodensohn
Franz Wolz
Wendelin Zilch
Jakob Klein
Johann Michael Klein
Peter Böhn
Wendelin Jung
Peter Zilch
Adam Becker II
Johann Michael Blumör
Michael Böhn
Peter Heinrich Schmit
Georg Dutine
Konrad Jung
Johann Georg Jung
Bernhard Kins
       Michael Dutine
Karl Keller
Adam Thoma
Peter Dutine
Christian Wenzel
Georg Jung II
Johannes Michael Blumör II.
Adam Becker
Carl Hutter
Johann Michael Baier
Georg Kins
Johannes Becker
Georg Haun
Carl Johann Kohl
Joseph Baier
Jakob Thoma
Bläjr (Hieronymus) Thoma
Adam Dutine
Wilhelm Roth II.
Joseph Zilch
Michael Jung
Adam Keil
Georg Klein
Michael Bodensohn III
Georg Dutine
Peter Jung
Johann Böhn

Beim sorgfältigen Lesen der zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt selbst angefertigten "Statuten" und "Dienstvorschriften", heute würden wir Satzung sagen, fällt besonders die Ausführlichkeit und der Umfang von im Original immer hin enggeschriebenen 12 Seiten auf. Die einzelnen Abschnitte sind geradezu mit Bedacht überlegt und bis in das Detail ausformuliert. Dies mag umsomehr überraschen, als vergleichbare Gründungsurkunden anderer Feuerwehren oder Vereinigungen nicht einmal über 1 Seite hinauskommen. Ins Auge fällt dem Betrachter auch die stattliche Anzahl der sich anschließenden Gründungsmitglieder. 55 Männer fanden sich bereit freiwillig für die gute Sache einzutreten. Dies muß man in Relation zu der im Gründungsjahr in Hainstadt lebenden Einwohnerzahl von etwa 1000 sehen.
 
Nach der Gründung im Jahre 1889 tut sich leider eine zeitliche Lücke bis in das Jahr 1893 auf über die wir außer einem Kassenbuch keine direkten schriftlichen Aufzeichnungen verfügen. Allerdings steht fest daß sich der neugegründete Verein in sehr kurzer Zeit prächtig entwickelt haben muß. So ist bekannt daß bereits im Gründungsjahr ein "Spritzenhaus" vorhanden war. Hiervon ist leider kein Bild vorhanden. Hierbei muß es sich wohl um eine Art Schuppen gehandelt haben, welcher die Möglichkeit zur Unterstellung aller Gerätschaften bot. Der genaue Standort ist nicht bekannt.
 
Bereits im Gründungsjahr 1889 verzeichnete das "Cassen-Buch" der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt auf der Einnahmenseite einen stolzen Betrag von 1.223,80 Mark. Dem gegenüber standen Ausgaben von 768,70 Mark, was einen Kassenbestand von 455,10 Mark ergab. Eine stattliche Summe für die damalige Zeit. Auffällig ist in diesem Zusammenhang die in den ersten Jahren großzügige Unterstützung seitens der Gemeinde, welche alleine einen Betrag von 550 Mark zuschoß. Auch flossen, wie bereits erwähnt, jährlich 100 Mark von der Firma Holzmann in die Kasse. Der Landesfeuerwehrverband spendete zur Gründung 300 Mark. Als Hauptausgabeposten des Gründungsjahres finden sich die Vermerke vom 22. und 25. Oktober 1889: "zahlte Magirus-UIm für Geräthe und Ausrüstungs-Gegenstände auf Rechnung 112,70 Mark" sowie "zahlte Müller & Co. Offenbach für Rechnung für gelieferte Kleidungs- und Ausrüstungs- Gegenstände 550 Mark". Eine detaillierte Auflistung ist leider nicht vorhanden. Es istjedoch sicher, daß man bereits 1890 über eine zweite, im Jahr 1894 eine dritte Handdruckspritze verfügte.
 
Schon im Gründungsjahr vermerkte das Kassenbuch auf der Ausgabenseite Zahlungen über 36,92 Mark an einem Herrn Philipp Busch aus Groß-Steinheim und im nächsten Jahr regelmäßig auch an einen Dirigenten Simrok "für das Abhalten von Musikstunden". Im Jahr 1890 muß es dann soweit gewesen sein: Die Geburtsstunde einer eigenen Feuerwehrmusikkapelle, wie dies eine Ehrenurkunde aus dem Jahr 1921 beweist. Für den "Musikverein Einigkeit", wie sich die Feuerwehrkapelle nannte, hatten sich gleichfalls eine große Anzahl Freiwilliger gemeldet. Es wurden sofort bei einer Firma Heberlein aus Markneukirchen per Ratenzahlungen zu je 51,20 Mark im Vierteljahr Musikinstrumente nebst Noten angeschafft. Nicht nur, daß für die Musikkapelle sehr viel Geld ausgegeben wurde, sie entwickelte sich auch zu einer guten Einnahmequelle für die Feuerwehrkasse. So vermerkt das Kassenbuch häufig Zahlungseingänge für das "Spielen bei Procession"; "für Musizierung an Sonntagen und zum großen Gebeth", "an Ostern, Pfingsten und Weihnachten".

Im Jahre 1893 beschließt die Generalversammlung am nächsten Kreis-Feuerwehrtag in Klein-Auheim einen Antrag des Kommandanten Hufler "bezüglich einer Reform der Signale zu stellen, da die vorgeschriebenen Signale im Dienste nicht ausreichen". Er wird als Delegierter beauftragt, "dahinzuwirken, daß zu den bereits bestehenden Signalen mindestens 4 weitere Signale eingeführt werden und zwar für MARSCH-MARSCH, ANTRETEN, ABMARSCH FERTIG und SCHRITT".
 
Hierzu ist zu bemerken, daß solche Signale von einem sogenannten "Hornisten" gegeben wurden. Diese Mitglieder der Mannschaft waren auch für die Alarmierung zu einem Brand oder zu einer Übung (die meist an einem Sonntag in der Frühe um 5 oder 6 Uhr begannen und einige Tage vorher mit der Amtsschelle öffentlich bekanntgegeben wurden) zuständig. Leider wird im Protokollbuch nicht vermerkt, ob derAntrag der Hainstädter Feuerwehr auf Kreisebene angenommen wurde.
 
Eine interessante Geschichte, über die wir heute eher schmunzeln, ereignete sich in dieser Zeit. Bereits damals war es Sitte jährlich ein Waldfest zu veranstalten, um die Finanzen der Vereinskasse aufzubessern. Ein Brauch, der auch heute noch Gültigkeit besitzt, allerdings wurde es vor etwa 15 Jahren in ein sogenanntes Sommernachtsfest umgewandelt, welches sich bei den Hainburger Bürgern großer Beliebtheit erfreut. Nun, an einem solchen Waldfest im Jahr 1893 hat es sich zugetragen.
 
Das Protokollbuch vermerkt hierzu: "Zu verhandeln war über das Mitglied Martin Blumör welcher sich beim Waldfeste derart betragen, daß seine Mitgliedschaft sehr in Frage zu stellen sei Der Vorstand ist darin einig einen solchen Friedenstörer nicht länger im Verein zu dulden und beschloß dessen Ausschluß. Da dem Blumör die Rechtfertigung an die General Versammlung zusteht, und derselbe anwesend wurde ihm zu seiner Vertheidigung das Wort ertheilt. Blumör betrachtet anscheinend den Beschluß des Vorstandes für gerechtfertigt und machte von dem ihm an getragenen Rechte keinen Gebrauch. Nach einer kurzen Bemerkung des Schriftführers über das jetzige Verhalten Blumörs forterte Vorsitzender denselben auf das Local zu verlassen. Blumör entfernte sich."
 
Nun wir wissen nicht mehr was dieser, wahrscheinlich nach ein paar Bier (geliefert von der Hanauer Brauerei "Nikolay") zuviel, schlimmes gesagt oder getan hatte, daß er als Friedenstörer hinausgeworfen wurde, wollen aber rückwirkend Nachsicht üben.
 
Am 4. Juli 1893 wurde beschlossen ein neues Ehrenmitglied zu ernennen: "Vorsitzender Herr Huffer führte in dieser Versammlung an, daß es wohl jetzt angebracht sei unser passives Mitglied Herr Cohrs (Er war Direktor der Firma Holzmann) für sein großes Interesse für unsere Wehr an seinem Geburtstag 9. Juli zum Ehrenmitgliede zu ernennen. Die vollzählig erschienenen Vorstandsmitglieder sind sämmtlich damit einverstanden. Am 8. Juli um 9 1/2 Uhr soll die Wehr im Vereinslocal zusammen sein. Gesangverein Germania wird sich ebenfalls zur genannten Zeit ein finden. Hierauf gemeinsamer Abmarsch nach der Wohnung des Herrn Cohrs. Daselbst Musikvortrag, Gesang kurze Ansprache und Oberreichung des Diploms. Nachdem Vorsitzender ersuchte die Sache vorerst noch geheim zu halten wurde die Sitzung geschlossen" Das neu ernannte Ehrenmitglied freute sich wohl sehr über die Wertschätzung seitens der Feuerwehr, denn er lud gleich als Dank zu einem großen "Bierabend" ein. Daß es dem damaligen Verein nicht viel besser als in der heutigen Zeit erging, sieht man daran, daß "... Vorsitzender der Ansicht ist, da die Mitglieder mit Sitzungen und Versammlungen geradezu überhäuft, diesen Bierabend auf 14 Tagen zu verschieben". Anzumerken ist, daß es zu jener Zeit üblich war, monatlich eine Generalversammlung des Vereins abzuhalten, wobei am Ende jeweils alle Mitglieder namentlich verlesen und die Mitgliedsbeiträge in bar zu zahlen waren.
 
Am "28. Ocktober 1893" finden die ersten Feuerwehrlehrgänge, sogenannte Führerkurse, in Offenbach statt, zu dem die Mitglieder Carl Hutter, Carl Kohl, Johannes Becker, Michael Baier und Georg Haun gemeldet wurden. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, daß der Vorsitzende Carl Hutter bei diesem ersten Feuerwehrlehrgang des Kreises Offenbach einen "einstündigen Vortrag über Spritzen, Behandlung von Schlauchmaterial, die Wasserbeschaffung auf dem Lande und Aufbewahrungsort der Löschgeräthe" dozierte und mit großem Beifall bedacht wurde.
 
Das Protokollbuch vermerkt im Januar 1894 einen Brandeinsatz; "Am 3. Januar 1894 Mittags 12 Uhr brach in der Nachbargemeinde Froschhausen bei Offenbach in der Borngasse Feuer aus, welches 2 Scheunen nebst Stallungen in Asche legte Bei dem herrschenden starken Nordwinde schien es nicht ausgeschlossen, daß das Feuer noch größere Dimensionen annehmen könnte. Die Feuerwehr Froschhausen rief um 12 1/2 Uhr telephonisch um Hilfe an. Es rückten auch sofort 24 Mann mit der Spritze Nr 1 nach Froschhausen ab. Dorten angekommen war die Gefahr bereits beseitigt und unsere Spritze nicht in Thätigkeit gesetzt"
 
Dies ist zu verstehen, denn wie bereits erwähnt, wurde die Spritze per Hand von der Mannschaft gezogen. Nun, da dieser Brandeinsatz speziell hervorgehoben wurde, ist anzunehmen, daß es für die Feuerwehr zur damaligen Zeit nur wenig Alarmierungen gab.
 
Der Geselligkeit in einem intakten Vereinsleben wurde großen Raum gegeben. So fand jährlich neben dem Waldfest am Faschingsdienstag eine "Abendunterhaltung", heute würden wir Maskenball sagen, gemeinsam mit den Mitgliedern der Turngemeinde und des Gesangvereins Germania statt. Außer allen Angehörigen hatten allerdings nur die Mitglieder der Vereine Zutritt. Im Gegensatz zu heutigen Maskenbällen vermerkt der Protokollant daß "Masken gut vertreten waren". Pro "Tour" also für einen Tanz, mußte das Paar 10 Pfennige bezahlen, um die Kosten für den bei der Gemeinde zu lösenden Tanzschein zu finanzieren. Wer bei solchen Veranstaltungen seinem eingeteilten Dienst nicht nachkam, hatte 90 Pfennig zur Strafe in die Vereinskasse zu entrichten.
 
"Anläßlich der Vermählung seiner königlichen Hoheit, dem Großherzog" ließ es sich die Vereinsführung nicht nehmen ein Geschenk im Wert von 6 Mark zu übersenden.
 
Ebenfalls im Jahr 1894 entschloß man sich neue und bessere Uniformen anzuschaffen. Hierzu wurde eigens eine "Commission", eine Art Ausschuß, gebildet. Ein Schneider namens Herdten aus Klein-Krotzenburg wurde damit beauftragt, diese "Uniformröcke" aus "gutem Tuche" zu fertigen. Er bekam für seine Schneiderarbeiten einen Lohn von 2,50 Mark pro Stück. Die Commission hatte wahrscheinlich keiner Behörde oder Vorschrift Rechnung zu tragen über Art und Aussehen der Uniformen, denn sie beschloß demokratisch Umlegekragen, 2 Reihen Knöpfe, 2 Taschen, sowie ein kleines Uhrtäschlein vorsehen zu lassen.
Über die Finanzierung des teuren Tuches sowie der Schneiderarbeiten wurde extra ein "Reglement" mit 7 Punkten vom Vorstand verfaßt, welches von jedem aktiven Mitglied zu unterzeichnen war. Hierin verpflichtete sich jeder über einen Zeitraum von 4 Jahren monatlich 20 Pfennig in eine Kleiderkasse zu bezahlen, d.h. für seine Uniform mußte jedes Mitglied selbst aufkommen und war nach den 4 Jahren sein persönliches Eigentum. Allerdings mußte die Summe ja vorfinanziert werden. Hierzu nahm man beim Hainstadter Darlehenskassenverein ein Darlehen über 500 Mark auf, welches über 3 Jahre abzuzahlen war.
Der Rechner und stellvertretende Kommandant Carl Kohl wurde als "Leiher" Vorsitzender und Kommandant Hutter sowie Obersteiger Becker als Bürgen im Schuldschein eingetragen. Die Fertigstellung der Uniformen hatte zügig zu geschehen, denn ein großes Ereignis stand bevor, zu dem man bereits die neuen Röcke vorstellen wollte. Der Anlaß war die Einweihung eines neuen komfortableren Spritzenhauses. Es stand im alten Ortskern in der Wilhelmstraße und sollte, trotz zahlreicher Anstrengungen und Zusagen zum Bau eines neuen Hauses, bis 1949 die Unterkunft der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt bleiben. Ein Bild hiervon ist leider nicht in Feuerwehrbesitz, jedoch nachstehende Zeichnung.

Der Entwurf für die neue Unterkunft wurde von einem Kreisbauinspektor Schneller aus Offenbach gefertigt


Die Einweihungsfeierlichkeiten fanden in Verbindung mit einer "Revision" mittels einer "lnspectionsübung" durch den Kreisfeuerwehrinspektor Müller am 28. Oktober 1894 statt. Um sich nicht zu blamieren wurden vorher Sonderübungen durchgeführt, damit auch bei der Revision alles klappte. Die Feier begann mit "Mannschaftsexercieren, Gerätheexercieren, Fahrübungen und einer Steigerübung am Steigerturm". Zu der sich anschließenden Inspektionsübung, einem sehr detaillierten Brandangriff eines Schuppens des Gasthauses "Hirsch" neben dem Rathaus, hatte die Mannschaft noch einmal die alten Uniformsröcke anzuziehen, damit die neuen Uniformen nicht beschädigt wurden. Das Wasser wurde vom nahegelegenen Main herbeigeschafft. Die Übung muß ein großer Erfolg gewesen sein, denn nicht nur von Seiten des Kreisfeuerwehrinspektors, sondern auch von allen umliegenden Feuerwehren wurde größtes Lob ausgesprochen. Bei einem Brandfall mußte der Schlüssel zum neuen Spritzenhaus erst beim Bürgermeister oder beim Nachtwächter Hennig abgeholt werden.
 
In einer Vorstandssitzung im Januar 1895 wurde wegen des säumigen Besuches der Musikstunden die Feuerwehrkapelle bis auf weiteres eingestellt
 
Am 24. März 1895 gab es "Im Loh" (der heutige Straßenname: Auf das Loh) einen "Wellenbrand", also ein Großbrand, der sich wie eine Welle ausbreitete und mehrere Gebäude vernichtete (damals wie heute ein lndustriegebiet mit ortsansässigen Ziegeleien).
 
Am Ende 1895 ging es der Feuerwehr Hainstadt finanziell immer schlechter. Es waren nur noch 44,07 Mark in der Kasse. Doch davon später mehr.
 
Anfang 1896 gab es einen Brand bei "Brehm", die Straße ist leider nicht bekannt. Das Jahr 1896 war für die Freiwillige Feuerwehr Hainstadt ein sehr schlechtes Jahr. Neben der sich abzeichnenden prekären Finanzlage gab es auch vereinsinterne Unstimmigkeiten, ausgelöst durch einen Brandeinsatz des Anwesens des Peter Joseph Baier am 3. Oktober des Jahres. Dabei muß es zu mancherlei Mißgeschicken gekommen sein.
So wurde die Spritze Nr.1 fälschlicherweise zum Main beordert und die Spritze Nr.3 habe nicht funktioniert. Der Anlaß allen übels war jedoch, daß Johann Michael Kins, er war Führer der Spritze Nr 3, bei dem genannten Einsatz einer der Ersten war und einfach mit der Spritze Nr.1 zum Brandort zog und somit der Führer der Spritze 1 verblüfft feststellte, daß seine ihm anvertraute Spritze nicht mehr da war. In der nächsten Vereinssitzung entluden sich dann die Gemüter, als der Brand zur Sprache gebracht wurde; " ... er (Kins) sei kein Schläfer wie einige andere Herren, hätte er vorher sein Maul aufmachen sollen dann wäre er zurückgetreten." "Da Kins durch überlautes Schreien den Fortgang der Versammlung zu stören drohe unterbrach ihn Vorsitzender und erklärte, wenn er in diesem Tone so fortfahre ihm das Wort entzogen würde. Vorerst sei ihm zu bedeuten, daß jeder hier anwesende einen Mund habe und nur die Küh' Mäuler. Da Kins auch persönlich wurde... erklärte Vorsitzender auf solche Angriffe nicht zu antworten. Kins schrie, daß er und niemand anders das Wort habe und er sich das nicht nehmen lasse. Er sei heute nun einmal hier und spreche sich aus, er fürchte sich vor keinem nicht Das viele Exercieren und Uebung halten sei für ihn geschmacklos. Sogar das Offenbacher-Abendblatt habe mit Kritik von diesem Einsatz berichtet". Nun fühlte sich wiederum der gesamte Vorstand angegriffen. Vorsitzender Hutter stellte sich hinter seine Mannschaft; "Der Verfasser und Kins seien Verläumder und Verächter der Feuerwehr Im Gegentheil, das rasche und thatkräftige Eingreifen der Feuerwehr sei anerkennenswert auch eine Brandabschätzungscommission habe sich sehr lobend über die Arbeit der Feuerwehr ausgesprochen". Es gab Zwischenrufe wie: "Kins sei nicht in der Lage gewesen, das Wässerventil zu schließen!", "Kins habe das neue Spritzenhaus von Innen überhaupt noch nicht gesehen und fehle seit Ewigkeiten bei Uebungen!".
Darauf erwiederte Kins, daß er heute Abend noch anderen Dienst habe und verließ die Versammlung. Nun, wir wollen rückwirkend für keine der Seiten Partei ergreifen. Es ist sicherlich mehr als natürlich, daß es in einer Gemeinschaft, in einem Verein, der durch Menschen und ihren Taten erst am Leben gehalten wird, Höhen und Tiefen gibt. Beides gehört dazu und ist es Wert in einer Chronik aufgegriffen zu werden.
 
Ein Jahr später, am 22. November 1897, tritt Kins aus der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt aus.
 
Auch zu jener Zeit klagt der Vorstand über Probleme bei der Wasserbeschaffung und dem Transport der Geräte. Es feht an der nötigen Mannschaft. Bei Frost habe man Probleme mit den örtlichen Brunnen, das Wasser sei gefroren bzw. man bekäme die steinernen Abdeckungen der Brunnen erst gar nicht auf.
 
Um Abhilfe zu schaffen, wird die Pflichtfeuerwehr der Gemeinde, die immer noch besteht, stärker zum Dienst herangezogen. Sie bestand in diesem Jahr aus 263 Mann, d.h. wahrscheinlich aus der gesamten erwachsenen männlichen Einwohnerschaft des Ortes. Sie hat z. B. nun eine Spritzenhauswehr zu stellen, die im Ernstfall für Nachschub usw. zu sorgen hatte. Die Brunnen bekommen hölzerne Abdeckungen.
 
1897 wird das Amt eines Vereinsdieners öffentlich ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt der "Wenigstnehmende" Adam Keil. Sein Jahreslohn war 8 Mark
 
Die Mitglieder zeigen nur wenig Interesse an den Veranstaltungen und Festbesuchen, z. B. des hiesigen Krieger-Vereines. Zu allem Übel soll die Freiwillige Feuerwehr Hainstadt anläßlich ihres 10 jährigen Bestehens den Kreisfeuerwehrtag übernehmen, da die Gemeinde Groß-Steinheim absagen mußte. Besuche bei Landesfeuerwehrtagen und Feuerwehrfestlichkeiten in z.B. Heppenheim/Bergstraße, Frankfurt, Bad-Nauheim, Bensheim und Münster mit der Eisenbahn waren nichts ungewöhnliches.
 
Am 7. März 1898 wird Adam Becker I. neuer Vereinsdiener mit einer Entlohnung von 11 Mark
 
Trotz der schlechten Zeiten für die Feuerwehr wurden, wie zu jeder Zeit, kranke und bedürftige Mitglieder oder später auch Kriegsheimkehrer finanziell, meist mit 10 Mark, unterstützt Auch ließ man sich die Geselligkeit in der Feuerwehrgemeinschaft nicht nehmen. Am 14. August findet ein großer Familienabend, durch eine "Commission" vorbereitet, statt. Die Mitglieder erschienen in Uniform. Zutritt hatten alle Mitglieder nebst Angehörigen außer die männlichen über 18 Jahren. Es gibt 200 Liter Freibier.
 
1899, die Feuerwehrmusikkapelle "Einigkeit" ist sozusagen aus mangelndem Interesse immer noch "auf Eis gelegt", geht man daran Musikinstrumente zu verkaufen, da der Lagerplatz im Spritzenhaus benötigt wird. Sie werden für 10 bzw. 12 Mark an andere Musikzüge, z. B. nach Klein-Auheim veräußert Die Mitglieder der Kapelle gehen als aktive Mitglieder in die Freiwillige Feuerwehr Hainstadt über, d.h. sie haben nun auch die Pflichten des Brandschutzes mitzuübernehmen.
 
Im darauf folgenden Jahre bereut man den teilweisen Verkauf der Musikinstrumente bereits, denn das Interesse für die Kapelle nimmt wieder zu, sie wird wieder zu einem festen Bestandteil unserer Wehr.
 
Man beteiligt sich auch weiterhin an Feuerwehrfesten, unter anderem in Mainz, wobei über 120 Mark für freie Hin- und Rückfahrt aus der Vereinskasse aufzuwenden waren. Interessant ist hierbei, daß "Uniformierte", also auch unsere Feuerwehr, verbilligte Fahrscheine für die Fahrt mit der Eisenbahn erhielten.
 
Am 27. September 1899 fand in Hainstadt, mit unserer Wehr als Ausrichter, der 7. Kreisfeuerwehrtag statt, jedoch anscheinend ohne finanziellen Erfolg, denn die Barmittel in der Vereinskasse sanken unter 10 Mark. Schulden mußten gemacht werden.
 
Das neue Jahrhundert beginnt nicht gut für unsere Feuerwehr
 
Um der schlechten Lage Herr zu werden wurden alle auswärtigen Festbesuche gestrichen. Lediglich 1 Besuch pro Jahr war statthaft, wie etwa zum "Provinzial Feuerwehrtag" nach Klein-Steinheim, zu dem zu Fuß und auf eigene Kosten marschiert wurde. Um die schlechte Übungsmoral der Mitglieder aufzubessern beschloß man den § 9 der Landesfeuerlöschordnung in Anwendung zu bringen. Beim ersten Fehlen bei einer Übung hatte man 50 Pfennig, bei jedem weiteren Mal je das Doppelte als Strafe zu zahlen.
 
Am 18. August unterstützt man den hiesigen "Krieger-Verein" bei der Feier anläßlich des Gedenktages der Schlacht von "Gravelotte" in Frankreich, an der auch einige Hainstädter beteiligt waren.
 
Ende 1900 bringt man, zusammen mit der Feuerwehrkapelle Einigkeit und dem Gesangverein Germania, Ehrenmitglied Cohrs Ovationen zu dessen Silbernen Hochzeit.
 
Die Firma Holzmann blieb bereits 3 Jahresbeiträge schuldig, also insgesamt eine Summe von 300 Mark, welches den Verein zusätzlich finanziell enorm belastete. In der Verzweiflung wurde eine "Commission gewählt, welche den Herrn Baurath Phil. Holzmann zu Frankfurt/Ma zur Regelung dieser Angelegenheit bewegen soll".
 
1901 stirbt das seit der Gründung als Zeugwart tätige Vorstandsmitglied Johann Michael Baier I. Sein Nachfolger wird Peter Hechler.
 
Um das Vereinsleben zu stärken veranstaltet die Feuerwehr zu Pfingsten eine "Maikur", einen geselligen Ausflug, zusammen mit dem Gesangverein Germania. Ziel ist die "Rabenau" bei Kahl.
 
Mangels Bargeld wird die Einladung zum 19. Hessischen Feuerwehrtag in Bad-Nauheim abgelehnt.
 
1902 stirbt das langjährige Ehrenmitglied Direktor Cohrs. Dem Wunsch der Angehörigen, ohne unsere Feuerwehrkapelle und in "Civil" zur Beerdigung auf dem Hanauer Friedhof zu erscheinen, wurde nachgekommen.
 
Heiterkeit bei den Mitgliedern, Verärgerung bei den Vorstandsmitgliedern, erregte ein Zwischenfall bei anstehenden Vorstandswahlen am 26. Januar 1903; "Bei der Abstimmung wurde ein Stimmzettel mit der Aufschrift "Moses Rollmann" vorgefunden, ein Name, der in unserer Wehr überhaupt nicht existiert. Im vergangenen Jahr hatten wir ebenfalls ein ähnliches Vorkommnis zu verzeichnen".
Der Vorsitzende Hutter rügte diesen Vorfall streng: "Wer für derartige ganz gewöhnliche Bubenstreiche fähig ist, sollte sich doch lieber einem Verein fernbleiben, denn solche Elemente gehören überhaupt nicht in einen Verein". Erstmals betrieb man zu dieser Zeit massive Werbung für junge Mitglieder, um die Schlagkraft der Wehr zu festigen, die auch mit Erfolg beschienen war.
 
In der darauffolgenden Zeit wurde der Schuldenberg durch strengste Sparsamkeit langsam abgebaut, erkannte man daß Fehler gemacht wurden, daß zu sorglos gewirtschaftet worden war. Der neue Rechner und Schriftführer Langohr formulierte in einer Sitzung treffend "Spare in der Zeit - so hast du in der Not!". Auch bekam man nach einigen Hilferufen finanzielle Unterstützung von Seiten der Brandkammer Darmstadt und der Gemeinde.
 
Am 28. Februar 1903 fiel das Anwesen des Mitgliedes Konrad Adam Dehmer einem Brand zum Opfer.
 
Ende 1903 teilte Vorsitzender Hutter mit daß die Firma Holzmann endlich die säumigen 300 Mark überwiesen habe. Dies sei vorerst noch geheim zu halten. Von der Landesbrandkammer seien ebenfalls die in Aussicht gestellten 335 Mark eingetroffen, der Verein mit einem Schlag finanziell gerettet und saniert. Aus Freude über diesen Sachverhalt wurde eine große Brandangriffsübung in der "Holzmännischen Ziegelei" veranstaltet "Im Anschluß hieran Einrückung mit Musik. Nach dem Verbringen der Geräthe im Spritzenhaus, concertiert die Musik der Feuerwehr im Vereinslocale bei Freibier!". Da die Gemeinde selbst große finanzielle Opfer zum Neubau der Schule am Kirchplatz aufbringen mußte, zahlte man das erhaltene Geld wieder zurück.
 
Im Jahr 1904 hatte sich der Mitgliederstand der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt so gut entwickelt, daß man beschloß das Höchstalter für die Zugehörigkeit in der noch bestehenden Pflichtfeuerwehr auf 45 Jahre herabzusetzen. Diese konnten jedoch auch weiterhin als Reserve herangezogen werden.
 
1906 hatte man die Vereinskasse derart saniert, daß zum Jahresende ein Kassenbestand von 411,90 Mark zu verzeichnen war.
 
Für die Spritze Nr.1, Baujahr 1884, versuchte man eine modernere Druck- und Saugspritze anzuschaffen. Obwohl die Finanzierung gesichert war, ja sogar die Firma Hartmann aus Bieberau noch 200 Mark für den Kauf der alten Spritze bezahlen wollte, stieß man bei dem Hainstädter Gemeinderat auf Ablehnung.

1908 erhält der Verein neue "Statuten". Demnach gehören dem Vorstand nun folgende Ämter an:

1. Kommandant
2. Stellvertreter
3. Schriftführer und Kassierer
4. Zeugwart und Adfudant
5. Führer der Ordnungsmannschaft
6. Führer der Steigermannschaft
7. die jeweiligen Führer der Spritzen

Der Vorsitzende Carl Hutter war immer noch als Dozent über Themen des Feuerlöschwesens bei überregionalen Führerkursen tätig. Im Jahre 1911 hat die Freiwillige Feuerwehr Hainstadt 51 aktive und 10 passive Mitglieder.
 
Am 17. August 1911 kam es zu einem Großbrand bei der Firma Holzmann, bei dem auch die gesamte Pflichtfeuerwehr sowie viele benachbarte Feuerwehren, z.B. aus Klein-Auheim eingesetzt waren.
 
Bei der folgenden Sitzung bedankte sich Vorsitzender Hutter für die Hilfe aller Beteiligten und die gut geleistete Arbeit Er wies die Mitglieder der Pflichfeuerwehr darauf hin, daß nur "Ärzte, Apotheker, Bahn und Post vom Dienst befreit sind". Die Geistlichen hatte er wohl vergessen.
 
Anläßlich des bevorstehenden 25jährigen Vereinsjubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt wurde der Kreis-Feuerwehrtag für die Zeitvom 11. bis 13. Juni 1914 nach Hainstadt vergeben. "Frauen und Jungfrauen sind gewillt, der Freiwilligen Feuerwehr zu deren Stiftungsfest eine Fahne zu stiften, welche bereits in Arbeit ist...". Doch die Vorfreude auf das bevorstehende Jubiläum sollte nicht lange währen. Alle Pläne wurden zunichte gemacht! Der 1. Weltkrieg brach aus und riß jähe Wunden in die Reihen der Feuerwehrmitglieder. Der größte Teil der aktiven Mannschaft mußte einrücken, einige sollten nicht mehr wiederkehren. Doch trotz des großen Einschnittes wurde die Wehr aufrechterhalten, so gut es eben ging. Die Alten und die Jungen mußten die Aufgaben übernehmen. Der Verein bewilligt 1914 "... als Beitrag zur Kriegshilfe für die Kriegsopfer von Hainstadt einen Beitrag von 100 Mark". Auch werden die eigenen Mitglieder an der Front unterstützt. Von der Erhebung von Mitgliedsbeiträgen wurde bis auf weiteres abgesehen. Von den 66 aktiven und den 12 passiven Mitgliedern sind 30 bzw. 6 im Krieg.
 
Ab dem 31. August 1916 bis zum 23. Februar 1919 liegen uns keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. In der ersten Sitzung nach der schrecklichen Zeit vermerkt das Protokollbuch:
"Generalversammlung vom 23. Februar 1919. Anwesend waren 12 Mitglieder. Herr Hutter eröffnete die Versammlung und gedachte den auf dem Felde der Ehre gefallenen Mitgliedern, worauf sich Ehrung derselben die Versammelten von ihren Sitzen erhoben...".
 
Insgesamt waren 43 Mitglieder eingerückt. Davon fielen 5, 1 wurde vermißt gemeldet und 2 kamen verletzt nach Hause, wurden in der Folge finanziell unterstützt.
Das 30jährige Jubiläum wird am 12. Mai 1919 bescheiden mit einem Familienabend begangen, bei welchem die Frauen der Feuerwehrleute die vor dem Krieg gestiftete Fahne mit Schleife überreichen.
 
Am 18. Juni 1919 geht eine Ära in der Geschichte der Feuerwehr Hainstadt zu Ende. Carl Hutter, dem die Freiwillige Feuerwehr Hainstadt soviel zu verdanken hat wird nach genau 30 Jahren von Philipp Massoth als neuen Kommandanten abgelöst. Am 20. Juni 1920 verstirbt die zweite tragende Person der Feuerwehr Hainstadt. Carl Johann Kohl hatte über 31 Jahre seit der Gründung das Amt des Stellvertretenden Kommandanten inne.
 
Bei Neuwahlen am 10. Mai 1920 wird Peter Funk zum neuen Kommandanten gewählt. Sein Stellvertreter ist nun Philipp Massoth. Beiden obliegt der Wiederaufbau einer schlagkräftigen Feuerwehr in Hainstadt nach dem 1. Weltkrieg. Die Zeit der Weimarer Republik bricht heran.
 
1920 begeht auch die Feuerwehrkapelle "Einigkeit" ihr 30jähriges Jubiläumsfest Aus diesem Anlaß wird ein Familienabend mit Vornahme der Ehrungen unternommen.


Am 7. September 1924 wird Ehrenkommandant Carl Hutter von den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt zu Grabe getragen.
 
Im Protokollbuch vom 27. August 1924 wird erwähnt daß der "Musik Verein Eintracht beabsichtigt am 9. November in Gemeinschaft mit der Feuerwehr einen Familien-Abend zu veranstalten. Die Wehr würde dabei allerdings keine finanziellen Vorteile eringen. Hierzu soll der Leiter des Musikkorps der Wehr Herr Malsi gewonnen werden und eine alsbaldige Rücksprache mit ihm stattfinden."
 
Nun, daß es sich bei dem Musikverein "Einigkeit", der als Feuerwehrkapelle 1890 nachweislich gegründet wurde und dem Musikverein "Eintracht" um zwei verschiedene Musikzüge handelt, ist sicher. Versammlung vom 7.10. 1924: "Im Laufe des Jahres soll noch ein Familien-Abend stattfinden. Der Musik-Verein Eintracht hat das gleiche Ansinnen, und soll zwischen den Vorständen beider Vereine eine gemeinsame Veranstaltung stattfinden, dieselben eventuell zusammenzuhalten". Und aus der Versammlung vom 30.4. 1928: "Die nächste Veranstaltung ist das 40jährige Jubiläum des Eintracht-Orchesters, Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr". Das bedeutet etwa 1924 muß die Musikkapelle "Eintracht" zur Feuerwehrkapelle geworden sein. Aus welchen Gründen und wann die bisherige Feuerwehrkapelle "Einigkeit" aufgelöst wurde, eventuell in die Reihen der Feuerwehr bzw. der Kapelle "Eintracht" überging, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Vielleicht entschloß man sich, wie schon einmal, aufgrund mangelnder Teilnahme diesen Schritt zu veranlassen. Fest steht, daß 1924 zum ersten Mal die Musikkapelle "Eintracht" unter der Leitung des Herrn Malsi als Musikkorps der Feuerwehr Hainstadt Erwähnung findet und regelmäßig 70 Mark jährlich finanzielle Zuwendung von der Wehr erhält Der Name der alten Feuerwehrkapelle "Einigkeit" taucht in der Folge nie mehr auf.
In einem späteren Protokoll von 1932 wird auch von einem regelrechten längeren schriftlichen Vertrag zwischen beiden Vereinen gesprochen.

Das Dach des Spritzenhauses ist in der Zwischenzeit baufällig geworden, eine Renovierung wird 1925, ebenso wie die Anschaffung einer neuen Leiter, bei der Gemeinde beantragt. Die Leiter wird endlich 1928 genehmigt und kostet 1400 Mark.
 
Der 5. Januar 1925 ist der Gründungstag des ersten sogenannten Vergnügungsausschusses der Feuerwehr, der heute in abgewandelter Form als Arbeitsausschuß immer noch besteht. Er hatte die Aufgabe den Vereinsvorstand zu entlasten und z.B. Feierlichkeiten zu organisieren. Ihm gehörten als erste Mitglieder an:

Peter Mathias
Klein Adam Thoma
Karl Schnabel
Adam Winter
Helmut Pappert

Das Jahr 1930 begeht die Feuerwehr Hainstadt mit einem großen 40jährigen Stiftungsfest mit zahlreichen Ortsvereinen. Auch ist bekannt, daß es zu dieser Zeit bereits eine Art Jugendfeuerwehr bei der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt gegeben hat wie dies ein Bilddokument von dieser Jubelfeier zeigt Alle Jugendlichen waren schon mit eigenen Uniformen und Helmen ausstaffiert. Somit kann vermutet werden, daß die Feuerwehr Hainstadt eine der ersten Nachwuchswehren Deutschlands hatte.

Der Einladung des hiesigen Pfarrers Seebacher an den Feierlichkeiten anläßlich der Primitz von Josef Blumör leistet man 1931 gerne Folge.
 
Im Jahr 1933 ist die Freiwillige Feuerwehr Hainstadt im Besitz von 2 vierrädrigen Spritzen mit Saugwerk, einer zweirädrigen Spritze ohne Saugwerk, 350 Metern Schlauchmaterial, einer mechanischen Leiter mit 12 Metern Rettungs höhe, einem Schlauchwagen sowie diversen Gerätschaften. Vorsitzender und Kommandant ist der Schlosser Karl Heinrich Kohl, als sein Stellvertreter fungiert Adam Josef Becker II., von Beruf Zimmermeister. Schriftführer ist der Bankkaufmann Peter Reuter. 50 Mitglieder weist der Verein auf. 144 Mann versehen ihren Dienst in der parallel aufrechterhaltenen Pflichffeuerwehr.
 
Bereits am 27.10.1932 wurde eine eigene Sanitätsabteilung innerhalb der Feuerwehr gegründet
 
Die düstere Epoche des Nationalsozialismus nahm ihren Anfang! 1933 begann die Zeit der Schreckensherrschaft Adolf Hitlers, auch für unsere Feuerwehr in Hainstadt Dem totalen Herrschaftsanspruch konnte eine Gemeinschaft, wie die Feuerwehr, die ja auch öffentliche Aufgaben wahrzunehmen hatte, sich nicht entziehen. Es kam zur Gleichschaltung durch das nationalsozialistische Gedankengut, durch deren Ideologie und durch Gewalt Die Wehr hatte unter Strafandrohung vollzählig und in Uniform zu erscheinen. Es mußte mit dem "deutschem Gruß", d.h. dem Erheben des rechten ausgestreckten Armes bis in Augenhöhe gegrüßt werden. Der örtliche Parteichef, der Ortsgruppenleiter, wollte an den Versammlungen der Wehr teilnehmen. 1934 hatte auch unsere Wehr dem Reichsluftschutzgesetz mit einem Fragebogen des Kreisamtes Folge zu leisten, welchem man aber nur nach mehrmaligem strengen Ermahnen nachkam.
So taucht ein völlig neuer Sprachstil in den bei uns vorhandenen schriftlichen Unterlagen auf:
Aus der Einladung wird der "Befehl", die Versammlung wird zur "Kundgebung", ja sogar unser 50jähriges Stiftungsfest wird zum "Volksgemeinschaftsfest" umbenannt. Auch tritt von oben deligierte Härte und Kälte, die absolute Reglementierung durch die NSDAP, welche sich der Kreisbehörden und des Kreisbrandinspektors bedient, in das Vereinsleben der Feuerwehr ein. Demokratische und bewährte Prinzipien, wie Wahlen und das Handeln in Eigenverantwortung werden mit Füßen getreten. So sind zum Beispiel unentschuldigt oder mehrmals bei Übungen und Veranstaltungen fernbleibende Mitglieder sofort schriftlich zu denunzieren und zur Anzeige zu bringen. Ein sogenannter "Propagandawart" der NSDAP-Ortsgruppe Hainstadt verteilte auch in unserer Feuerwehr Schrifttum, selbstverständlich gegen Bezahlung, welches jedem Mitglied vorgetragen werden sollte. Vorstandsmitglieder wurden einfach von der Gemeinde bestimmt.
 
Unsere Sanitätsabteilung hält verschiedene Sanitätskurse ab, etwa für die "Jungmannen" des örtlichen katholischen Jungmännervereins und des Vereins DJK.
 
Der 2. Weltkrieg warf bereits seine Schatten voraus! Die Freiwillige Feuerwehr Hainstadt wurde 1936 dem Status der Polizei gleichgestellt und als "Feuerlöschpolizei" bezeichnet. Ein sogenannter "Abteilungsleiter" der NSDAP rügt Anfang 1936 den fehlenden Ernst der Hainstädter Feuerwehrleute beim Übungsdienst. Bestrafung wird in Aussicht gestellt, das Verhalten seie einer Polizeitruppe unwürdig.
 
Das Jahr 1936 bringt der Gemeinde und der Feuerwehr aber auch etwas Positives, welches auch das Feuerlöschwesen des Ortes wesentlich verbessern sollte. D.h., eine erste örtliche Wasserversorgung aller Haushalte wurde in Betrieb genommen. Die Leitungen wurden gegen Bezahlung von unserer Feuerwehr im Auftrag der Baufirma mit Wasser zur Probe gefüllt. Nun konnte man bei Bränden endlich auf die Ortsbrunnen verzichten welche im Winter eh meist zugefroren waren.
Dem Befehl der Machthabenden an Feierlichkeiten der Ortsvereine dürfe man als Feuerlöschpolizei nicht teilnehmen umgingen die Mitglieder, indem sie geschlossen in Zivil bei Festen befreundeter Vereine erschienen. Zu Anfang des Jahres 1939 begeht man ein großes 50jähriges Stiftungsfest.
 
Am 6. Mai 1939 findet die letzte Eintragung in das Protokollbuch statt. Der Krieg ist ausgebrochen und sollte noch weit schrecklicher als der 1. Weltkrieg werden, auch für unsere Wehr. Über ein Vereinsleben, sofern es überhaupt in dieser Zeit eines gab, wissen wir nichts. Lediglich wurde von heute bereits verstorbenen Kameraden berichtet, daß die personell sehr geschwächte Wehr zu unzähligen Einsätzen nach Bombenangriffen nach Frankfurt, Offenbach, Hanau, aber auch in Hainstadt selbst ausgerückt ist. Auch ist bekannt daß man bei einem solchen Bombenbrand in der Verzweiflung dem Feuer mit Dung Herr zu werden suchte, da die neue Wasserleitung zerstört worden war.

Über 1 Jahr verging nach dem Krieg, bis sich die übrigen Mitglieder zum ersten Mal am 9.11.1946 zu einer Versammlung trafen. Zuviel war geschehen, zuviel Leid den Menschen zugefügt Doch gerade in dieser Zeit war es wichtig wieder eine funktionierende und schlagkräftige Feuerwehr aufzubauen, mit dem Ziel des freiwilligen Dienstes nur der hilfreichen Sache willen, ohne politisches Ansinnen. Bereits am 1. Juli 1945 wird eine genaue Aufstellung der Gerätschaften in einer Inventarliste für die amerikanische Militärbehörde aufgestellt. Die Feuerwehrverfügte u.a. über

2 Motorspritzen a 800 Liter Pumpenleistung
2 Saug- und Druckspritzen (aus der Gründerzeit der Feuerwehr)
1 Hydrantenwagen
1 Löschanhänger für das Fahrrad
1 Zweiradleiter, 12 Meter Steighöhe
2 Anstell- und 4 Hakenleitern

Die komplette Ausrüstung sollte leider auf seltsame Weise mit der Ausnahme einer einzigen Motorspritze, Baujahr 1934, mehr oder weniger schnell verschollen gehen, ein Umstand, den wir aus heutiger Sicht nur bedauern können, handelte es sich doch um Zeugnisse der Geschichte, ja sogar aus der Gründungszeit der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt.
 
Doch auch erfreuliches gab es zu berichten. Ein langersehnter Wunsch ging 1949 in Erfüllung! Ein neues Feuerwehrhaus mit Wohnungen für aktive Mitglieder, sowie Schulungsräumen, konnte endlich eingeweiht werden. Es ersetzte das alte mittlerweile baufällige "Spritzenhaus" von 1894, welches an gleicher Stelle stand. Viel Geld konnte durch Eigenhilfe beim Bau gespart werden, sogar der Bürgermeister half persönlich mit. Die feierliche Übergabe fand gerade richtig zu unserem 60jährigen Stiftungsfest welches ein großer Erfolg wurde, statt.
 
Auch erhält man hierzu von der Familie Urbanek ein wertvolles Geschenk; Eine weitere Motorspritze, ehemals in Besitz der US-Besatzungsmacht welche heute leider auch nicht mehr in unserem Besitz ist.
 
An diesem 60jährigen Stiftungsfest konnten noch 3 lebende Gründungsmitglieder

- Johannes Wilhelm Klein
- Franz Wolz und
- Georg Heinrich Jung

geehrt werden.
 
1949 wurde Rudolf Keller neuer stellvertretender Kommandant. Im Jahr 1951 ist man sehr stolz die erste Feuersirene, sie befindet sich auf dem Feuerwehrhaus in der Wilhelmstraße, einweihen zu können. Mit zufriedenen Gesichtern stelle man fest daß sie sogar bis weit hinter Kahl und Weiskirchen hinaus zu hören gewesen sei. Jeder Telefonteilnehmer erhält ein Schild mit der Telefonnummer von Philipp Baier, welcher nach einem Notruf sofort Sirenenalarm auslöste.
 
Es besteht immer noch eine Pflichtfeuerwehr, welche nun aber personell reduziert wurde.

Der 46. Kreisfeuerwehrtag findet 1952 in Hainstadt statt und wird unter der Mitwirkung zahlreicher Wehren zu einem großen Erfolg. Rechtzeitig zum Fest wurde ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8 auf Opel-Blitz-Fahrwerk angeschafft. Seit Kriegsende behalf man sich mit einem ausgemusterten Fahrzeug der US-Armee einem alten Dodge-Pritschenwagen, welcher mit dem Nötigsten ausgestattet worden war. Es war bis 1955 im Einsatz!
 
1956 wurde 1 Brand verzeichnet. Überhaupt lagen die Einsatzzahlen in diesen Jahren sehr niedrig, manches Jahr gab es überhaupt keinen Alarm.
 
Im Jahr 1957 wurde die 2. Sirene mit Standort Siedlung in der Lindenstraße in Betrieb genommen.
 
Im Jahr 1958 hatte die Feuerwehr Hainstadt 2 Brände zu löschen.
 
Dank der Hilfe der gemeindlichen Gremien konnte man am 30. April 1960 eine mechanische Drehleiter DL 16-4 mit einer Steig höhe von 18 Metern erwerben, welche auch heute noch ohne Probleme ihren Dienst in der Feuerwehr versieht. Damit wurde der Brandschutz entscheidend verbessert. Dies wurde noch durch den Erwerb der ersten beiden Atemschutzgeräte unterstützt.

Am 9. September 1960 beschloß die Feuerwehr Hainstadt dem Ersuchen des nach dem 2. Weltkrieg wiederzusammengefundenen Vereins Musikgesellschaft "Eintracht" wieder als Feuerwehrkapelle in die Feuerwehr aufgenommen zu werden, stattzugeben.

Langsam, mit der beginnenden Ansiedlung von Industriebetrieben, stiegen die Einsatzzahlen. Im besonderen mußte unsere Wehr desöfteren zu größeren Bränden in den ortsansässigen Ziegeleien sowie leckgeschlagenen Maindampfern ausrücken. Auch die Geselligkeit kam wieder in Schwung. Tagesausflüge in die nahen Millelgebirge, Waldfeste, Familienabende und Maskenbälle werden wieder fester Bestandteil des Vereinslebens.
 
Erste Kontakte zu den Feuerwehren der Partnergemeinde werden geknüpft.
 
1964 trifft ein neues, sehr wendiges Tragkraftspritzenfahrzeug TSF ein. Es ist heute noch im Dienst.


1964 nach einer Übung in Froschhausen: v.l.:
Georgi, Heinrich / Rackensperger, Hans / Sturm, Reinhold / Sturm, Wilhelm / Klein, Ewald / Windt, Johann / Baier, Hans / Wich, Heinz / Disser, Balthasar

Wegen Krankheit des Kommandanten und Vorsitzenden Johann Rackensperger übernimmt am 27. Januar 1965 Balthasar Disser kommissarisch dessen Vertretung. 1966 tritt der bisherige stellvertretende Kommandant Rudolf Keller zurück und Balthasar Disser wird offiziell zu dessen Nachfolger gewählt
 
Zu einem Großbrand des in der Nähe des Bahnhofs gelegenen Hainstädter Gaswerkes kam es im Jahr 1967. Viele werden sich sicherlich noch gut daran erinnern. Zahlreiche umliegende Feuerwehren mußten mit ausrücken, u. a. auch die Berufsfeuerwehr aus Offenbach.


In den 70er Jahren: Auf drei Standorte verteilt! Links altes Feuerwehrhaus von 1949; rechts oben: Geräteschuppen; rechts unten: altes Schwesternhaus
 

Neues, modernes Feuerwehrhaus in der Schillerstraße 1977 eingeweiht.
 

1971 übernahm Balthasar Disser das Amt des Ortsbrandmeisters und ersetzte Johann Rackensperger, welcher die Aufgabe der Leitung unserer Feuerwehr 25 Jahre inne hatte und maßgeblich am Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg beteiligt war. Zum Stellvertreter wurde Berthold Gossenauer gewählt.
 
Mit dem neuen Brandschutzhilfeleistungsgesetz von 1971 wird die Arbeit der freiwilligen Feuerwehren endlich auf eine rechtliche Grundlage gestellt!
 
Ab sofort existiert die öffentlich-rechtliche Organisation der Einsatzabteilung der Feuerwehr, sowie der Verein der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt. Die Gemeinden sind nun nach bestimmten Regelungen dazu verpflichtet schlagkräftige Wehren in den Orten aufrechtzuerhalten und zu finanzieren. Die Angehörigen der Einsatzabteilung sind weiterhin Mitglieder des Vereins, welcher als rechtliche Grundlage, wie alle Vereine dem Bürgerlichen Gesetzbuch unterliegt. Vereinsvorsitzender bleibt gleichfalls Balthasar Disser.
 
1973 ist es dann soweit: Wegen des starken Rückganges der Mitgliederzahlen der Einsatzabteilung wird eine Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen, um den Nachwuchs auch zukünftig zu sichern. Doch hierzu an anderer Stelle in dieser Festschrift mehr Informationen.
Auch erhält man in diesem Jahr ein leistungsfähiges Löschgruppenfahrzeug LF 16, sowie ein Mannschaftstransportfahrzeug MTF, welches aus Vereinsmitteln finanziert wurde.
 
Besonders prekär ist die damals herrschende Raumsituation. Das alte Feuerwehrhaus von 1949 platzt aus allen Nähten. Dort sind die Funkzentrale und ein Schulungsraum untergebracht Die Fahrzeuge stehen dort, aber auch 300 Meter weiter in einem großen Schuppen, verteilt Unterrichtsabende und gesellige Veranstaltunen finden in einem Dachraum des alten Schwestemhauses, wiederum 500 Meter entfernt, statt. Ein nachteiliger Zustand, welcher sicherlich nicht der Schnelligkeit bei Einsätzen förderlich war.
 
Auch erhält man 1973 eine neue Vereinssatzung.
 
Die Einsatzzahlen steigen sprunghaft. 1974 wird das Alarmierungssystem, vorerst nur für 10 Feuerwehrmänner, auf die sogennante "stille Alarmierung" über Funkmeldeempfänger umgestellt.
 
Endlich konnte 1977 ein modernes, nach eigenen Wünschen gestaltetes Feuerwehrhaus, welches Platz für alle Fahrzeuge, eine Hausmeisterwohnung, Versammlungs- und Werkstatträume, aber auch einen eigenen Jugendraum bietet, bezogen werden.
 
Im Jahr 1979 wurde das 90jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt mit einem großen Fest gefeiert. Zahlreiche in- und ausländische Gäste konnten begrüßt werden und ließen es zu einem unvergessenen Ereignis werden. Aus diesem Anlaß erhielt die Wehr ein Löschgruppenfahrzeug LF 8, welches vorrangig als Hilfeleistungsfahrzeug genutzt wird, sowie aus den eigenen finanziellen Mitteln einen gebrauchten LKW.
 
Aufgrund neuer Richtlinien des Deutschen Feuerwehrverbandes, welche auch Mitglieder von Musikzügen der Feuerwehren zum aktiven Dienst verpflichtet, trennen sich 1981 die Freiwillige Feuerwehr Hainstadt und die Musikgesellschaft "Eintracht"


Großbrand im Sägewerk Becker 1979
 

 

1983 gab es einen Generationswechsel in der Führung der Einsatzabteilung. So löste Manfred Disser seinen Vater, Balthasar Disser als neuen Wehrführer ab. Zum neuen Stellvertreter wurde Edwin Franz gewählt.
 
Der Antrag zum 100jährigen Bestehen im Jahr 1989, den Kreis-Feuerwehrtag übernehmen zu können, wurde von Seiten der Behörden nicht entsprochen.
 
Rechtzeitig zum Jubiläumsfest erhält unser Verein nach langjährigen Verhandlungen vom Finanzamt offiziell die Gemeinnützigkeit zuerkannt. Auch ist der Verein nun endlich im Vereinsregister des Amtgerichtes Seligenstadt als "Freiwillige Feuerwehr Hainstadt e. V." eingetragen.
 
In den zurückliegenden 100 Jahren hat sich viel in der Arbeit der Feuerwehr gewandelt Die Freiwillige Feuerwehr Hainstadt erfüllt zum einen wichtige kulturelle Aufgaben, und stellt zum anderen mit einer hervorragend ausgebildeten und schlagkräftigen Einsatzabteilung den Brand- und Katastrophenschutz sicher.
 
Dem Verein gehören inzwischen über 460 Mitglieder an. An dieser Stelle darf die Frage erlaubt sein, wie sich die Freiwillige Feuerwehr in Zukunft gestalten und entwickeln wird. Bei ständig steigenden Einsatzzahlen und zunehmender Aufgabenerweiterung muß die Frage nach der Auslegung des Begriffes der "Freiwilligkeit" gestellt werden dürfen.
 
Unsere moderne Gesellschaft wird heute geprägt von Wirtschaft und Technik. Wir stehen in einem Zeitalter der Atomenergie und der Weltraumfahrt. Doch bei diesem Streben der Menschheit nach Großem besteht leicht die Gefahr, daß der Mensch den Maßstab für die Menschlichkeit verlieren kann. Mit Sorge ist in einem Staate, indem die wirtschaftlichen Verhältnisse zum Wohlstand führen, ein Nachlassen des Strebens des Menschen für Nächstenliebe und Nächsten hilfe zu beobachten. Je vollkommener sich der Einzelne durch den Staat gesichert sieht, desto geringer wird die Anteilnahme am Schicksal des anderen.
 
Doch in Bezug auf diesen nachdenklichen Ausblick glauben wir wohl, den Bürgern unserer Gemeinde auch zukünftig gemäß unserem Wahlspruch:
"Gott zur Ehr' - dem Nächsten zur Wehr!" mit aller Kraft in Notlagen beizustehen!


 
Chronist: Reinhard Lukas,              erstellt zum 100jährigen Fest 1989

 

Natürlich ist die Geschichte unserer Feuerwehr seit dem 100jährigen Fest nicht stehen geblieben.
Ohne unserem Chronisten vorzugreifen sind hier schon mal einige Punkte vorgemerkt:
 

- 1988    tritt mit Sylvia Klement geb. Wolf die erste Frau den aktiven Dienst in der Einsatzabteilung an.
 
- 1990   

wird erstmals ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/24 für die Feuerwehr Hainstadt beschafft. Dieses Fahrzeug ersetzt das alte LF 16 und das TSF.
 

- 1992   

wird die alte Drehleiter Baujahr 1960 ersetzt. Die Ersatzbeschaffung war nicht einfach da ein Zuschuß von Kreis/Land nicht gewährt wurde. Da diese Drehleiter für Hainstadt und die Feuerwehr Hainstadt von großer Wichtigkeit ist, übernimmt der Feuerwehrverein unter immensen finanziellen Anstrengungen den erforderlichen Zuschuß von 70.000,-- DM. Kurz nach der Anschaffung der neuen Drehleiter wird diese gleich zum ersten mal bei dem Großbrand der Kreuzburghalle eingesetzt.
 

- 1993    tritt mit Jessica Weigand das erste Mädchen in die Jugendfeuerwehr ein
 
- 2000    Die Feuerwehr nimmt mit einer eigenen Homepage im Internet teil.
 
- 2001   

am 24.07.2001 wird bei dem Brand in einer Metzgerei in der Offenb. Landstr. eine ältere Frau aus höchster Not über die Drehleiter aus dem 2. Obergeschoß durch ein kleines Fenster gerettet. Spätestens hierbei hat sich die Anschaffung der Drehleiter 1992 bezahlt gemacht.
 

- 2003    Mit Sabine Korb geb. Sturm gibt es nun die erste Frau als Atemschutzgeräteträgerin in der Feuerwehr Hainstadt.
 
- 2003   

Da mittlerweile 6 Frauen in der Einsatzabteilung und 3 Mädchen in der Jugendfeuerwehr ihren Dienst versehen, werden nach jahrelangen Anfragen endlich mit einem Erweiterungsbau am Feuerwehrhaus sanitäre und soziale Anlagen für die weiblichen Mitglieder geschaffen. (Baubeginn 2003/Übergabe 2004)
 

- 2004    wird Andrea Sommer als erste Frau von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen
 
- 2005    Mit Kerstin Hampel erwirbt die erste Feuerwehrfrau in Hainburg und Hainstadt den LKW-Führerschein (von der Gemeinde bezuschußt) und ist damit als erste Feuerwehrfrau berechtigt alle Feuerwehrfahrzeuge zu fahren.
 
- 2005    Mona Merz und Sabine Korb sind die ersten Feuerwehrfrauen in Hainburg und Hainstadt die mit dem Bootsführerlehrgang den Bootsführerschein Binnen erhalten und nun berechtigt sind das Feuerwehrboot als verantwortlicher Bootsführer zu führen.
 
- 2006    Martina Raupach ist die erste Frau die in den Feuerwehrausschuß gewählt ist.
 
 
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